Der beste Freund, den man sich denken kann – Matthew Dicks

Der beste Freund, den man sich denken kann

Inhalt:
„Budo ist ein imaginärer Freund – kein leichter Job, ist er doch ausgerechnet der imaginäre Freund von Max. Und der hat massenhaft Probleme. Mit den Eltern, in der Schule und vor allem mit sich selbst. Doch erst, als eine Lehrerin etwas Unheimliches im Schilde führt, muss Budo gravierender in die reale Welt eingreifen als ihm lieb ist.“

Budo ist der beste Freund des zehnjährigen Max. Sechs Jahre gibt es Budo nun schon. Er ist ein immaginärer Freund, der, im Gegensatz zu seinen Artgenoßen wie ein richtiger kleiner Junge aussieht und sich auch so benimmt. Er wurde nicht, wie für kleine Jungen üblich, mit fehlenden Körperteilen oder in ungleichmäßigen Proportionen erdacht. Nein, er wurde von Max erschaffen. Max, der jedes Detail genauestens getroffen hat und Max, der Budo langfristig braucht. Normalerweise haben immaginäre Freunde keine lange Lebensdauer. Das ist bei Budo anders. Max ist autistisch und Budo ist eine feste Konstante, die er nicht los lassen kann. Das ist für seine Eltern beunruhigend, zeichnet sich aber als sehr hilfreich heraus, als Max durch eine Lehrerin in Gefahr gerät. 

Meinung:
„Der beste Freund den man sich wünschen kann“ ist nur dank Mängelexemplar in meinen Einkaufswagen gekommen. Ein Zufall, der sich als sehr lohnenswert herausstellte.
Zugegeben, das Buch hat einen sehr kindlichen Charakter und der Schreibstil ist keine Herausforderung, ich fand das aber überhaupt nicht störend. Es passt zu der Geschichte und der Problematik. Es zeigt ein äußerst sensibeles Thema auf spielerische Weise. Es ist keine drückende Erzählung von einem autistischen Jungen, der so in seiner Welt gefangen ist, dass er über die übliche Zeit hinaus von einem immaginären Freund begleitet werden muss, sondern es zeugt von einer wunderbaren Freundschaft, eine wirklich niedliche Erzählung, durch die man am Rande auf das eigentliche Thema trifft.

Budo ist auf der einen Seite in seiner Ausdrucksweise sehr kindlich, auf der anderen Seite trägt er aber auch die Denkensweise eines Erwachsenen mit sich. Diese ambilvalenz finde ich im Bezug auf ein autistisches Kind sehr treffend.

Zwischendurch erfährt man immer wieder etwas über Budos kleine Abenteuer. Er kann sich nämlich frei bewegen. Wenn Max schläft oder anderweitig beschäftigt ist und ihn nicht benötigt, erkundet er die Umgebung und trifft so zum Beispiel auch andere immaginäre Freunde, die bei weitem nicht so ausgebildet sind wie er (die eher dem entsprechen, was sich ein kleines Kind erschafft). Sie alle haben keine lange Lebensdauer und verblassen mit der Zeit, wenn ihre Kinder lernen, mit anderen in Kontakt zu treten und sie zu vergessen. Das macht Budo enorme Angst, was dazu führt, dass er, obwohl er Max helfen möchte, manchmal dafür sorgt, das Max ihn auch ja weiterhin braucht (womit er ihm wiederum nichts gutes tut).

Manch einem scheint die Umsetzung von Matthew Dicks auf die Nerven zu gehen. Ich finde es aber gerade im Bezug auf das Thema sehr gut gelungen und es sorgt dafür, dass man sich einfach durch das Buch treiben lassen kann.
Ich mag diese süße unschuldige Art.

Fazit:
Ein wirklich süßes Buch über eine wunderbare Freundschaft, die auf spielerische Art und Weise die Welt eines autistischen Kindes widerspiegelt.
Vielleicht nicht für jeden geeignet. Ich fand es aber wunderbar.
Leseratte_5_Punkte


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