Es wird keine Helden geben

Es wird keine Helden geben

Inhalt:
Kurz nach Ende der Schulstunde fallen Schüsse. Die lebenslustige Miriam und ihre beste Freundin Joanne verstecken sich in der Toilette und müssen mit ansehen, wie Matias, einer ihrer Stufenkamaraden, um sich schießt. Auch Miriams Freund Tobi wird tödlich verletzt.
Sie selbst bekommt nur einen Streifschuss ab. Auch für den Amokläufer endet dieser Tag tödlich. Er wird kurz darauf von einem SEK Beamten erschossen.
Miriam und auch ihre Mitschüler sind tief traumatisiert. Ihr Leben ändert sich mit einem Schlag. Es ist nicht einfach, wieder in den Alltag zu finden. Gerade die Mädchen verändern sich sehr. Statt sich beizustehen, reißt alles auseinander. Miriam verliert das Liebste. Statt Tobi und Joanne ist plötzlich ihre verschwundene Mutter wieder da, doch darauf kann sie wirklich verzichten.

Meine Meinung:
Die Leser werden sofort in den Amoklauf geschmissen. Das vorhergegangene wird erst nach und nach aufgedeckt. Obwohl es eine fiktive Geschichte ist, könnte man meinen, man hat einen Erfahrungsbericht vor sich. Es wird alles genauso geschildert, wie man sich die Tat selbst und auch das Gefühlschaos danach vorstellt.
Die 15 Jährige Miriam hat sich damit abgefunden, dass ihre Mutter irgendwann verschwunden ist und meistert ihr Leben sehr gut. Sie hat tolle Freundinnen und einen Freund, den sie sehr liebt. Der Amoklauf zerstörrt all dies. Tobi wird tödlich getroffen und auch ihr Freundeskreis reißt auseinander. Die eine zieht weg und bricht jeglichen Kontakt ab, die andere versucht sich mit Joints zu betäuben und Joanne zieht sich total zurück. Eigentlich bräuchte Miriam sie jetzt am meisten. Doch Joanne blockt alles ab. Sie hat das alles so dermaßen traumatisiert und sie konnte die Schuld nicht aushalten.
Ich spreche von Schuld, weil Matias Jahrelang gemobbt wurde und Miriam und Joanne auch nicht gerade nett waren. Jeder war nur auf sich bedacht und keiner hat daran gedacht, wie schlecht es Matias wohl geht. Niemand hätte damit gerechnet, dass so etwas schreckliches passiert, erst danach kommen die Gedanken.
Miriams Familie versucht sie aufzufangen. Selbst ihre Mutter, die Weltenbummlerin, ist zurück gekehrt, doch Miriam will und kann es nicht dankbar annehmen.
Erst durch ihre Therapeutin schafft sie es, einen langsamen Weg zurück ins Leben zu finden.
Die Protagonistin und ihre Gedanken/Gefühle sind sehr gut beschrieben. Man kann sich total in die Situation hineinfühlen. Es wird ein sehr ernstes Thema behandelt, was man leider auch aus dem realen Leben kennt. Auch bei uns gab es immer wieder Amokläufe. Es ist schrecklich, dass manche Menschen keinen anderen Weg finden und das so viele unschuldige dafür ihr Leben geben müssen. Und ich kann mir vorstellen, dass die überlebenden Beteiligten genau die Probleme haben, an denen Miriam und die anderen so sehr zu knabbern haben.

Fazit:
Ein Jugendlicher und doch faszinierender Debütroman, der ein sehr sensibeles Thema behandelt.
Leseratte_4_Punkte

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s