Entlarvt – Rebecca Michéle

Inhalt:

„Rottweil, 6. Januar: In einer Altstadtgasse wird ein Toter gefunden. Der Mann wurde offenbar erstochen. Die Polizei tut sich schwer mit ihren Ermittlungen, denn Günther Schwaibold war eine verkrachte Existenz, hatte weder Frau noch Freunde oder gar Feinde. Klar ist nur: Er hat den Dreikönigstag mit dem Abstauben der Narrenkleidle, dem traditionellen Auftakt der Rottweiler Fasnet, verbracht.
Einige Wochen später wird ausgerechnet am Schmotzigen Donnerstag erneut ein Toter aufgefunden – der in Rottweil wohlbekannte Metzger Axel Jenner. Auch er wurde erstochen. Merkwürdig ist: Der Verstorbene trug Frauenkleider – ging er so zur Fastnacht oder führte er ein Doppelleben?
Kriminalkommissar Jürgen Riedlinger ist davon überzeugt, dass die beiden Mordfälle zusammenhängen. Beide Opfer gehörten der Rottweiler Narrenzunft an. Die entschließt sich trotz der zwei Bluttaten, die Fasnet weiterlaufen zu lassen. Bei seinen Recherchen stößt der Ermittler hinter den Masken auf eine Welt von Machtspielchen, alten Beziehungsgeflechten und Verstrickungen, die weit in die Vergangenheit reichen.
Fastnachtsmontag, 8 Uhr. Narrensprung, der Höhepunkt des Rottweiler Treibens. Glockengeläut. Die Narren drängen sich durch den engen Bogen des Schwarzen Tores. Plötzlich stürzen einige von ihnen; Panik kommt auf. Ein weiteres Mitglied der Narrenzunft liegt blutüberströmt am Boden …“

Meine Meinung:
Eigentlich bin ich kein Regionalkrimifan. Vielleicht hatte ich bisher nur die falschen Bücher in der Hand, aber sie sind mir schlicht zu trocken und zu langweilig. An „Entlarvt“ kam ich aber einfach nicht vorbei. Fasnet, schwäbisch und Krimi, was gibt es besseres für einen ursprünglichen Karnevalsjeck, der durch die Liebe ins schwäbische gefunden hat und gute Krimis liebt?
Also habe ich mich in die Welt von Rottweil während der Fasnet entführen lassen. Meine Erwartungen waren nicht wirklich hoch, weil ich bisher eben noch von keinem Regionalkrimi richtig überzeugt war. Doch Rebecca Michéle hat mir gezeigt, dass ein Regionalkrimi viel mehr kann. Ein spannender Krimi, der mich von Anfang an fesselt und miträtseln lässt. Und das nicht nur die ersten 100 Seiten. Bis zum Ende hin ist nicht wirklich klar, wer nun der Tätert ist/die Täter sind. Man rätselt und verdächtigt, man denkt, man hat die Lösung und wird dann doch wieder auf eine ander Fährte gelockt.
Nebenbei lernt man die Rottweiler während der Fasnet kennen. Ich hätte nie gedacht, dass es im schwäbischen solche Narren gibt. Die Charaktere waren wunderbar und haben den Krimi zu etwas besonderen gemacht. So detallierte, verschiedene Persönlichkeiten. Ich habe mich verliebt, habe verabscheut, hatte Mitleid, war begeistert, war verblüfft und manchen hät ich eine gehörige Abreibung gewünscht. Ich war mitten im Geschehen und vielleicht werd ich mir Rottweil um Fasnet irgendwann mal anschauen ;).
Am Ende war der Fall aufgeklärt, jedoch gab es gewisse Dinge, die ich gerne weiterverfolgt hätte und die mir sehr viel Lust auf den nächsten Krimi von Rebecca Michéle machen.

Fazit:
Ein sehr gelungener Regionalkrimi, der nicht nur für Schwaben ein Muss ist. Es ist nicht Dialektüberladen und am Ende findet man einen Glossar, der das wichtigste erklärt, so dass keiner Angst haben muss, nur die Hälfte zu verstehen :).
Leseratte_5_Punkte

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