Blut im Schnee – Sophie R. Nikolay

Blut im Schnee: Gay Crime von Sophie R. Nikolay

Inhalt:
„Eine brutale Mordserie erschüttert Deutschlands älteste Stadt. In Trier treibt ein Killer sein Unwesen, der es ausschließlich auf schwule Männer abgesehen hat. Kommissar Joachim Gruber und sein Team setzen alles daran, den Täter dingfest zu machen. Thorsten Klein, dessen Lebensgefährte dem Mörder zum Opfer fiel, geht seinen eigenen Weg und schaltet einen Privatermittler ein …“

Ein toter wird im Schnee gefunden. Ihm wurde sein Penis abgeschnitten und in den Mund gesteckt, die Hoden scheint der Täter mitgenommen zu haben. Die Ermittler sind erschüttert, denn es ist schon der dritte Fall dieser Art. Der Tote ist Martin, der Lebensgefährte von Thomas. Thomas ist am Boden zerstört und sucht sich Unterstützung bei Martin’s bester Freundin Kim.
Die Ermittler sind ratlos. Wer hat diese grausamen Taten begangen? Ein Homophob oder hat es gar persönliche Gründe? Sogar Thorsten wird verdächtigt, weil ihm Martin vor 2 Monaten sein ganzes Erbe überschrieben hat. Thorsten traut den Ermittlungen nicht und beauftragt einen Privatermittler, zu dem er schnell Gefühle entwickelt, die er aber zu Verdrängen versucht. Als er dann erfährt, dass Martin ihn nicht nur einmal mit einer Internetbekanntschaft betrogen hat, sondern regelmäßig, lässt er sich von den Gefühlen übermannen und lässt sich auf Enrique ein.

Meine Meinung:
Meine erste Leserunde bei Lovelybooks und zugleich mein erster Gay Crime. Ich war ziemlich neugierig und hatte auch ein bisschen Angst, etwas falsch zu machen. Doch das Buch hat mir meine Angst genommen. Ich war so gefesselt von der Erzählung, dass es richtig Spaß gemacht hat, meinen Senf dazu zu geben.
Ein richtig guter Krimi, der mich bis zum Ende hat miträtseln lassen. Viele verschiedene Verdächtigungen…
Das Buch ist nicht allzu dick und lässt sich flüssig und schnell lesen. Ich mag Krimis und war in diesem Fall sehr froh, dass ich ein Buch und keinen Film vor mir hatte. Tote Männer, die ihrer Männlichkeit beraubt und so zur Schau gestellt wurden. Schrecklich. Und das alles, weil die Opfer schwul sind? Welch ein Mensch ist zu so etwas fähig?
Thorsten ist mir sehr ans Herz gewachsen. Ich konnte seine Trauer so gut nachfühlen. Da hat er sich vor kurzem erst geoutet, ist ein Leben mit Martin eingegangen und nun steht er vor den Trümmern seiner großen Liebe. Ich fand es gut, dass sich Thomas Kim, Martins beste Freundin zur Unterstützung geholt hat. Kim war mir von Anfang an allerdings sehr unsympathisch und auch sie kam mir durch ihre komische Art sehr verdächtig vor. Sie taucht im Laufe der Erzählungen auch nur noch sehr sporadisch auf.
Als sich Thomas und Kim von Martin verabschieden, wird sogar Thomas von dem Komissar Joachim Gruber verdächtigt. Martin hat zwei Monate zuvor all sein Erbe auf Thomas überschieben, was natürlich ein gutes Motiv wäre, hätte Thomas davon gewusst.
Da die Ermittlungen nicht wirklich voran kommen, beauftragt er einen Privatermittler. Er fühlt sich von Anfang an zu Enrique hingezogen, versucht seine Gefühle aber zu unterdrücken, weil er sonst das Gefühl hätte, Martin zu betrügen. Von Enrique finde ich es anfangs ziemlich unhöfflich so offensichtlich zu zeigen, dass er an Thomas interessiert ist. Dieser ist schließlich sein Kunde, dessen Lebensgefährte gerade auf brutalste Art getötet wurde. Von Thomas finde ich es sehr korrekt, dass er versucht, sich seinen Gefühlen zu entziehen, fieber aber im weiteren Verlauf doch mit den beiden mit und gönne Thomas, dass er glücklich wird. Martin hat ihn immerhin Monate lang betrogen. Das nach dem Tod zu erfahren ist natürlich sehr heftig. Ich mag mir gar nicht ausmalen, was für ein Mensch Martin war und ich bin froh, dass der Fokus nicht auf seinen Affären lag.
Da es ein Gay Crime ist, gibt es auch vereinzelt sexuelle Träue, Fantasien und Auslebungen. Jedoch finde ich es nicht abstoßend und auch nicht zuviel. Die sexuellen Bedürfnisse gehören eben dazu und haben mich nicht von der eigentlichen Geschichte abgelenkt.
Ich finde Sophie R. Nikolay hat die Gefühle sehr gut rübergebracht. Ich finde es mutig einen Krimi dieser Art zu schreiben und finde es klasse, dass es eben kein Tabuthema ist.
Es war für mich etwas Neues und trotzdem sehr spannendes.
Ich kann das Buch nur weiterempfehlen!

Fazit:
Ein spannender Gay Crime, der mich positiv überrascht hat und mich bis zum Ende fesselte. Ein dünnes Buch, dass nicht zu lang gezogen ist und dadurch schnell zu lesen ist.
Wenn es mehrere Gay Crimes dieser Art gibt, wird das nicht mein letzter gewesen sein.

Leseratte_5_Punkte

Vielen Dank an Sophie R. Nikolay für das Exemplar und die tolle Leserunde!

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