Die Angst im Spiegel – Simone Erhardt


Titel: Die Angst im Spiegel
Autor: Simone Erhardt
Verlag: Bookshouse Verlag
Erscheinungsdatum: 25.03.2013
Genre: Mystery Thriller

Klappentext:
Seit Jahren zerstören Panikattacken Corinnas Leben. Visionen und grauenhafte Albträume lassen ihr Dasein mehr und mehr zur Hölle geraten. Mittlerweile befürchtet sie, endgültig den Verstand zu verlieren. In ihrem Spiegelbild erkennt sie einen alten, gebeutelten Mann anstelle ihres eignen Gesichts. Sie ist ihm bereits begegnet: in ihren Träumen!

Jeder, der sich noch nicht von Corinna zurückgezogen hat, hält sie für verrückt, als sie behauptet, der Greis existiere wahrhaftig – sogar ihr Ehemann. Corinna sieht nur noch eine Chance. Sie muss den Spuren folgen, die ihre Albträume ihr weisen. Ein Wagnis, das ihr alles abverlangt und sie einem grausamen Geheimnis näher bringt.
(„bookshouse Verlag„)

Inhalt:
Panikattacken bestimmen seit 2 Jahren Corinnas Leben. Aus einer selbstbewussten Karrierefrau, die kurz vor einer Beförderung stand, wurde aufeinmal eine verängstigte, zurückgezogene Frau, die das Haus nur noch zum Einkaufen verließ.
Irgendwann wird Corinna immer wieder von unheimlichen Träumen heimgesucht. In ihren Träumen ist sie ein alter Mann. Diese Träume verunsichern Corinna und sie kann sie erstmal nicht zuordnen. Nach und nach erkennt sie, dass es sich um Erinnerungen eines Mannes handeln muss, mit dem sie vor ein paar Wochen im Supermarkt zusammengestoßen ist. Dem Mann ging es nicht gut und Corinna will sich auf die Suche nach ihm machen – nicht zuletzt, um zu erfahren, was an ihren Träumen dran ist. Trotz ihrer starken Angst überwindet sie sich und macht sich mit ihrem Mann auf nach Bilgemeer. Doch die Suche ist schwerer als sie gedacht hätten. Werden sie Achim finden?

Meinung:
Panikattacken. Für Menschen, die selbst nicht betroffen sind, schwer zu verstehen. Ich denke auch, dass es sehr schwierig ist, das Thema wirklich greifbar darzustellen. Simone Erhardt hat das geschafft. Sie hat die Panikerkrankung sehr realistisch und nachfühlbar beschrieben.
Da ich in diesem Gebiet ein bisschen Erfahrung habe, war ich sehr gespannt auf das Buch, hatte aber auch Bedenken, ob die Angsterkrankung anschaulich beschrieben wird. Die Zweifel wurden nicht bestätigt. Ich war von Anfang an gefesselt und konnte sehr gut mit Corinna mitfühlen.
Corinna war einst eine sehr starke Frau, die sehr auf ihre Karriere fixiert war. Plötzlich ist alles anders. Panikattacken überfallen sie. Sie kann nicht mehr arbeiten, hat, bis auf ihren Ehemann, keinerlei Kontakte mehr, achtet nicht mehr auf ihr Aussehen und verbringt ihre Tage nur noch zu Hause. Das einzige, zu dem sie sich überwinden kann, sind die Einkäufe.
Ihre Ehe geht den Bach runter. Sie und Torsten leben nur noch nebeneinander her. Keine Gespräche mehr, keine Berührungen mehr. Nichts. Bloß das Nötigste. Torsten ist überfordert mit der Situation. Fühlt sich zurückgestoßen und weiß nicht, wie er sich verhalten soll. Corinna fühlt sich nicht verstanden und denkt, dass er sie bald verlassen wird.
Irgendwann wird sie von Alpträumen heimgesucht. In ihren Träumen ist sie Achim. Anfangs ist sie sehr irritiert und hat Angst, allmählich verrückt zu werden. Doch nach und nach stellt sie fest, dass diese Träume Erinnerungen von Achim sind.
„Ich bin im Supermarkt mit ihm zusammengestoßen, ich erinnere mich jetzt wieder daran“ (Seite 67)
Dem Alten Mann ging es nicht gut. Wer ist er? Wie geht es ihm? Kümmert sich einer um ihn? Was hat es mit den Träumen auf sich?
„Es war, als würde man in einen Spiegel blicken und darin wieder einen Spiegel sehen, sodass das Bild unendlich oft existierte“ (Seite 69)
„Der alte Mann tat ihr leid, sie wusste, dass er litt. War er irgendwo in ihr, ein Teil ihrer selsbst?“ (Seite 64)
Corinna brauchte Antworten, warum hatte sie diese Träume?  Achim hat ursprünglich in Bilgemeer gewohnt. Bilgemeer ist 4 Autostunden von ihrem zu Hause entfernt. Wie sollte sie das schaffen?
„Aber sie musste nach Bilgemeer, egal, was dabei herauskam. Sie musste dieses Rätsel lösen, auch, wenn sie keine Ahnung hatte, wie sie das überleben sollte“ (Seite 78)
Da sie es niemals alleine schaffen würde, bittet sie Torsten, sich mit ihr auf die Suche zu machen. Er ist zunächst nicht begeistert, unterstützt sie aber tatkräftug.
Die Suche ist schwieriger als gedacht und immer wieder stoßen sie auf Hindernisse. Für Corinna ist es kaum aushaltbar. Sie hat immer mehr Träume und Visionen und für sie ist die Suche ein riesen großer Kraftakt. Die Angst steht ihr im Weg. Die Panikattacken werden heftiger. Immer wieder will sie aufgeben und die Suche abbrechen.
„Sie musste hier raus. Der Fluchtimpuls überwältigte sie beinahe“ (Seite 114)
Doch Torsten bringt sie immer wieder zum Weitermachen. Er hält die Träume zwar auch für verrückt, aber ich denke, er sucht eine Möglichkeit, seine Ehe irgendwie zu retten, Corinna zu helfen. Corinna sieht das nur nicht, sie fühlt sich missverstanden von Torsten und ist meiner Meinung nach sehr unfair zu ihm. Was sollte er denn tun? Für ihn ist die Situation doch genauso schwierig. Corinna hat zwar Angst, dass er sie verlässt, aber ich finde durch ihre Art verschlimmt sie es nur.
„Sie war ein Nichts, das allmählich jeglichen Lebensmut verlor. Woher sollte sie die Stärke nehmen, etwas an ihrer Beziehung zu Torsten zu verbessern? Wozu überhaupt etwas ändern, es hatte im Grunde keinen Sinn. Sie benötigte ihre ganze Kraft für sich selbst und für dieses Monster, das sie im Griff hatte und niemals aus den Augen ließ“ (Seite 204)
Diese Gedanken kann ich sehr gut nachvollziehen. Die Angst bestimmt dein Leben. Du bist nicht mehr die, die du vorher warst. Alles verändert sich. Du bist abhängig. Die Angst lässt dich nicht los. Du verstehst sie nicht, willst, dass sie verschwindet, doch irgendwann hast du keine Kraft mehr, dagegen anzukämpfen und gibst dich auf. Wozu kämpfen, wenn es eh nicht bringt?
Finden Corinna und Torsten Antworten? Führt die Schnitzeljagd sie doch zu Achim? Können sie ihre Ehe vielleicht doch noch retten?
Das Ende fand ich sehr Spannend. Ich kann meine Gedanken dazu schwer beschreiben, ohne zu viel zu verraten. Aber eins kann ich sagen, es war sehr gelungen, auch wenn ich es schade fand, dass eine Frage noch offen blieb.
Fesselnd von Anfang bis zum Ende und sehr gelungen!

Fazit:
Simone Erhardt hat mir einen fesselden, spannenden Sonntag bescherrt. Ich konnte das Buch nicht mehr weglegen und war überrascht, wie detailliert sie die Panikstörung darstellen konnte. Ein rundum gelungendes Buch, was dem Thema sehr gerecht wird. Ich kann es nur weiter empfehlen und gebe 5 von 5 Leseratten dafür.

Vielen Dank an den bookshouse Verlag und an Simone Erhardt für dieses Rezensionsexemplar.

Advertisements

Ein Gedanke zu „Die Angst im Spiegel – Simone Erhardt

  1. Pingback: Zauberzeichen | Crimelady's Notes

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s