Noir – Jenny-Mai Nuyen

Buchdeckel „Noir“
Inhalt:
„Nino Sorokin ist dabei, als der Unfall geschieht. Seine Eltern sterben, ihm bleibt eine besondere Gabe: Er sieht den Tod eines jeden ­Menschen voraus. Auch den eigenen. Von nun an ist er besessen von der Frage, wie man das Schicksal überlisten kann. Er weiß, er wird nur 24 Jahre alt – und sein Geburtstag rückt immer näher. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt. Ninos Suche führt ihn zu einem geheimen Zirkel von Mentoren, die Seelen sammeln. Und er begeht den größten Frevel, den der Zirkel kennt: Er verliebt sich in eine der Seelenlosen. In die geheimnisvolle Noir, die bereits auf der Schwelle zum Jenseits steht …“

Seit dem Autounfall, bei dem seine Eltern starben, lebt Nino Sorokin bei seiner älteren Halbschwester Katjuscha. Er selbst hat den tragischen Unfall zwar überlebt, kann aber seitdem seinen und den Tod mancher anderer voraussehen. Er weiß, dass er mit 24 sterben wird. Die Therapeuten, zu denen seine Schwester ihn gebracht hat, nehmen das logischerweise nicht ernst. Um zu beweisen, dass er nicht verrückt ist, sondern wirklich mit 24 sterben wird, schneidet er sich mit 19 die Pulsandern auf und landet als suizidgefährdet in der Psychiatrie. Dort stempelt man ihn als schizophren ab und behandelt ihn seitdem mit Tabletten. Diese setzt er irgendwann heimlich ab, weil er nicht mehr möchte, dass seine Gefühle unterdrückt werden.
Je näher sein 24. Geburtstag rückt, desto panischer wird Nino und macht sich auf den Weg nach Lösungen für sein Problem. Auf einer drogenschwangeren Party macht er erstmals, beim Gläserrücken – unter Leitung des geheimnisvollen Monsieur Samedi , Bekanntschaft mit dem Jenseits. Anfangs will er gar nichts davon wissen, doch nach und nach lässt er sich doch darauf ein, weil er Antworten finden möchte. Antworten, wann er stirbt und wie er das verhindern kann. Monsieur Samedi ist ein Mentor, der Seelen sammelt und sie zu seinen Geistern macht.  Darunter auch Noir, in die sich Nino unsterblich verliebt. Er will sie vor Monsieur Samedi retten und will auch sein Schicksal verhindern. Wird es ihm gelingen?

Meinung:
Ich war sehr gespannt auf „Noir“ und weiß jetzt ehrlich gesagt nicht so genau, was ich von dem Buch halten soll. Ich habe es schnell gelesen und fand es vom Schreibstil her sehr angenehm. Die Grundidee an sich finde ich prima. Ein Waisenjunge, der bei seiner Schwester aufwächst und versucht, seinem Schicksal, mit 24 zu sterben, zu entkommen und zusätzlich noch das Mädchen zu retten, dass er liebt. Mentoren, die Seelen ihr Eigen machen. Geister, die sich immer mehr verlieren. Das Zusammenspiel zwischen dem Jenseits und den Lebenden. Eigentlich könnte man viel mehr daraus machen. Stattdessen hatte ich das Gefühl, dass sich Jenny-Mai Nuyen vorrangig auf die Droge STYX konzentriert hat. Es gab kaum eine Handlung, in dem die Protagonisten „klar“ waren. Permanent wurde sich dieses Gift gezogen, welches dem Leser nur den Eindruck vermittelt, die Protagonisten zu entspannen und ihnen zu helfen. Nicht sehr förderlich für die heutige Jugend…
Ich mag es, wenn ich zu den Protagonisten eine Gefühlsebene aufbauen kann. Das war in „Noir“ nicht der Fall. Die Einzige, die mir ans Herz wachsen könnte, ist Katjuscha, die aber leider nur eine Randfigur in diesem Buch ist. Mit Nino bin ich einfach nicht warm geworden. Ich war zwar gespannt, wie es weiter geht und ob Nino es schafft, sich und Noir zu retten, doch konnte ich kein Gefühl zu den beiden entwickeln. Wirkliche Spannung gab es keine. Auch Ninos Liebe zu Noir ist schwer Nachvollziehbar. Es ist nicht wirklich schlüssig, wie er seine Liebe überhaupt aufgebaut hat. Es ist zwar rührend, wie er sich um sie sorgt, doch es passt einfach nicht. Noir muss dauernd mit ihm schlafen, es scheint, dass sie das zum Überleben braucht. Hat das noch etwas mit Liebe zu tun?
Die Grundstimmung ist sehr düster, was einem vorher nicht klar ist. Während des Lesens habe ich mir auch oft Gedanken darüber gemacht, wie der Roman anders verlaufen könnte. Das Ende an sich fand ich sehr enttäuschend. Es war nicht einfach nur offen, es war irgendwie sehr verwirrend und ich weiß immer noch nicht, was ich davon halten soll

Fazit:
Wie ihr seht bin ich ein bisschen verwirrt und kann meine Gedanken nicht so klar in Worte fassen. Die Grundidee ist eigentlich ganz gut, doch die Ausführung ist dann doch überhaupt nicht so wie erwartet.
Weiterempfehlen kann ich „Noir“ nicht, es ist aber auch nicht so, dass ich davon abraten würde, es zu lesen.
Ich bin sehr Zwiegespalten.

 

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4 Gedanken zu „Noir – Jenny-Mai Nuyen

  1. Du bist nicht die Einzige, die von dem Buch sehr zwiegespalten ist.
    Ich liebe ja eigentlich die Bücher von Jenny-Mai Nuyen, aber von Noir war ich dann doch etwas enttäuscht. Ihr Schreibstil war wie immer gut, aber ich bin wohl mit zu viel Erwartungen an das Buch herangegangen.

    Liebe Grüße
    Lyiane

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